Nichts als das nackte Leben

Lesung aus dem Buch von Gerda Weissmann-Klein und dem Schriftwechsel von Kurt Klein

Dieter Burkard, Wolfgang Widder

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Badischen Heimat im Rahmen von "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland"
In ihrem 1957 erschienenen ersten Buch "All But My Life" schreibt Gerda Weissmann-Klein über ihre Kindheit, Familie, die Heimatstadt Bielitz (30 km entfernt von Auschwitz) und die sechs schlimmsten Jahre ihres Lebens. Die demütigenden Momente, die für die jüdische Familie mit dem Einzug der Nazis in Bielitz verbunden waren, haben Ähnlichkeit zum Schicksal und dem Erleben von Kurt Klein und seiner Familie in Walldorf. Im Mittelpunkt stehen quälende Schilderungen des jahrelangen Leidenswegs von Gerda durch mehrere Arbeitslager, die jedoch auch nachfühlbar machen, wie viele positive Energien sie selbst hier besaß. Sie überlebt den monatelangen grausamen Todesmarsch als eine von wenigen. Im letzten Teil des Buchs steht ihre wundersame Begegnung mit Kurt Klein aus Walldorf und ihre Rettung nach Wochen eines kritischen Gesundheitszustands im Vordergrund.
"All But My Life" gilt in den USA als ein Klassiker der Holocaust-Literatur. Eine deutsche Übersetzung erschien erstmals 1999. Das Southern Poverty Law Center nahm den Film "One Survivor Remembers" (nach dem Buch von Gerda W. Klein) in seine Reihe Teaching Tolerance auf. Dort wurden über 130.000 Kopien des Films sowie Unterrichtsmaterial an Schulen und Jugendorganisationen verteilt. Im Interview mit Jeff Sapp 2005 erklärt Gerda Weissmann-Klein warum es ihr so wichtig ist, gerade jungen Menschen ihre Geschichte zu erzählen.
In einem amerikanischen Dokumentarfilm berichtete ihr Mann Kurt Klein 1994 über seine vergeblichen Bemühungen, seine Eltern aus Walldorf in die USA zu holen; zum Teil selbst aus den Originalbriefen vorlesend. Kurt Klein kämpfte im Zweiten Weltkrieg in der US-Armee gegen Nazi-Deutschland. Er war einer der "Ritchie-Boys", wie etwa auch Stefan Heym, Hans Habe oder Klaus Mann. Aus den für Gerda und Kurt schwierigen Jahre 1945/46 gibt es einen anschaulichen und berührenden Briefwechsel, den die beiden, kommentiert, im Jahr 2000 in dem Buch "The Hours After" publizierten. Ein Abend um gemeinsam ins Gespräch zu kommen über Nazi-Deutschland, autobiografische Aufarbeitung und Erinnerungskultur.

Kursnummer: 212-10124
1 Termin, 3 Unterrichtsstunden
Mi, 24.11.2021, 18:30 bis 20:00 Uhr
Kursort: Schwetzingen, Volkshochschule Schwetzingen; EG; Raum 105
Eintritt frei

10 - 35 Teilnehmer/innen

Anmeldung:

Anmeldung bis: Di, 23.11.2021

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