Die Vergesslichkeit der Eichhörnchen

N.N.

Eine Veranstaltung zum Weltalzheimertag in Kooperation mit dem Central Kino Ketsch, den Seniorenbüros Ketsch und Oftersheim, dem Generationenbüro Schwetzingen und der VHS Bezirk Schwetzingen e.V.
Filmvorführung
Deutschland 2019, 109 Min., Buch und Regie: Nadine Heinze, Marc Dietschreit
Darsteller: Emilia Schüle, Günther Maria Halmer, Fabian Hinrichs, Anna Stieblich
Eichhörnchen, so sagt man, wissen manchmal nicht mehr wo sie ihre Wintervorräte vergraben haben. Senior Curt (Günther Maria Halmer) vergisst in seiner Luxusvilla mit Blick auf die kleinen Nüssesammler auch so manches. Zum Beispiel, wie seine Tochter heißt, die sich seit Jahren um den demenzkranken Vater kümmert. Almut ist mit den Nerven am Ende. Helfen soll Marija (Emilia Schüle), eine 24-Stunden-Betreuungskraft aus der Ukraine. Sie braucht unbedingt Geld, um ihren fünfjährigen Sohn durchzubringen. Die 27-Jährige nimmt eine Menge auf sich, um die neue Arbeitsstelle nicht gleich wieder zu verlieren. "Iss‘, was die Mama gekocht hat", befiehlt Curt eines Tages seiner Tochter, ein erster Hinweis, dass der alte Herr in Marija keine Pflegerin und Haushälterin sieht, sondern seine vor langer Zeit verstorbene Frau Marianne. Irgendwie funktioniert sein altersschwaches Gehirn ein wenig wie die Eichhörnchen. Die vergessen auch nicht sämtliche Vorratslager, sondern finden immerhin viele Nüsse wieder. Weil sich Curt als umso pflegeleichter erweist, je weniger man ihm seine Wunschphantasien raubt, lässt sich Marija auf den Rollentausch ein: von der rumgeschubsten Pflegerin zur standesgemäßen Gattin. Es beginnt eine Zeitreise in das Luxusleben der Gutbetuchten in den 1970ern, mit den alten Kostümen, dem edlen Geschirr, dem noblen Mercedes-Cabrio. Curt hat etwas gutzumachen gegenüber der vermeintlichen Ehefrau, die er im echten Leben gedemütigt und viel zu oft allein gelassen hat. Geschickt legt das Debüt von Nadine Heinze und Marc Dietschreit falsche Fährten. Aus einem vermeintlichen Sozialdrama über sklavenartige Arbeitsbedingungen biegt es in eine unterhaltsame Tragikomödie mit märchenhaft skurrilen Zügen ab. Klug ausbalanciert, driftet das Drehbuch nie in Klamauk ab. Die Frage, ob man sich fremde Menschen kaufen sollte, bleibt im Hintergrund ebenso virulent wie die Problematik, wie weit man Demenzkranke manipulieren darf.
Anschließende Diskussion mit Nicole Blem, Generationenbüro der Stadt Schwetzingen.

Kursnummer: 212-20064
1 Termin, 2 Unterrichtsstunden
Di, 21.09.2021, 19:30 bis 21:00 Uhr
Kursort: Ketsch, Central Kino
Kursgebühren: 6,50 €
Abendkasse
25 - 170 Teilnehmer/innen

Anmeldung:

Für diesen Kurs ist keine Anmeldung erforderlich.

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